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Ap
... der große Rote und der große Schwarze
03.04.2017 12:38

Unser Charly und der schwarze Kater

Wir leben ja jetzt in der Stadt. Eigentlich sind wir nur 5 km weiter östlich gezogen.. aber das hat schon wirklich einige Auswirkungen auf das gesamte Umfeld.

Ich staune immer wieder sehr über die Vielfalt der Tiere und Pflanzen, die man jetzt im Frühling hier beobachten kann. Die Vögel sind sehr an die Menschen gewöhnt.. und kommen fast bis zu unserer Terrassentür.

Unser Kater Charly hat damit schon ganz schön zu tun. Ist er doch eigentlich ein ausgezeichneter Jäger.. und jetzt .. hier in der Stadt, baden die Amseln vor seiner Nase in SEINER Wasserschüssel, die wir für ihn in den Garten gestellt haben. Ganz selbstverständlich wurde das Wasser zum Vogelbad gemacht.

Katzen habe ich hier kaum gesehen. Ich nehme mal an, dass viele ihre Tiere lieber bei sich in der Wohnung oder im Garten haben. Genau wie ich. Sind ja doch viele Autos in der Umgebung unterwegs.

ABER.. ein großer Schwarzer Kater lässt sich doch immer wieder hier blicken. Hui.. das gab immer ein Gezeter.. wenn unser Sir ihn auf unserer Terrasse erblickt hat.  Beide wurden ganz groß und haben „gesungen“ was das Zeug hielt.. der schwarze Kater draußen und unser Sir in unserer Wohnung.. mitten in der Nacht.. da wird man schnell wach.. und sorgt für die kommenden Nächte dafür, dass die Jalousien ganz zu gemacht werden.

Am Wochenende kam es in den frühen Morgenstunden dann zu einer erneuten Begegnung.. im Garten.. Charly an der Katzenleine.. mein Mann war mit ihm draußen.. und ich hab alles verschlafen. Eigentlich bin ich froh darüber, denn ich hätte mir wohl mal wieder enorme Sorgen gemacht. Denn, unser Sir ist weg gelaufen. Er konnte es nicht auf sich sitzen lassen, dass dieser große schwarze Kater da in SEINEM Revier die Runde macht.

Ich hatte ja immer das Gefühl, dass der große schwarze Kater viel stärker ist, als unser Charly. Aber anscheinend hat er wohl alle Kraft zusammen genommen und ist weit, weit über sich selbst hinaus gewachsen und hat den großen Kater vertrieben. Natürlich sind sie in Richtung Straße gelaufen.. ist ja auch nicht weit.. und mein Mann konnte ihn nicht mehr finden. Er hat alles ab gesucht und war schon recht verzweifelt, weil er ja eigentlich gleich zum Dienst musste.

Ein letztes Mal wollte er durch die Gärten streifen und schauen ob er ihn doch noch findet.. und.. da war er.. ganz brav ist er unter unserem Schlafzimmerfenster gesessen und hat gewartet. Zufrieden mit sich und der Welt. Danach hat er allerdings den ganzen Tag in der Wohnung verschlafen und wollte auch am Abend nicht mehr raus.

Und was sagt unser Sir dazu:

„Dem hab ich‘s aber gezeigt. Jetzt ist Schluss mit Kater-Freundschaften. Hier ist mein Revier. Und da hat er nichts verloren. Ich weiß schon, dass meine Menschen sich Sorgen gemacht haben. Aber DAS konnte ich wirklich nicht auf mir sitzen lassen. Ich bin einfach los gerauscht und hab ihm eine verpasst. Damit hat er wohl nicht gerechnet. Glaubt, dass das alles ihm gehört. Nicht mehr. Jetzt gehört es auch mir. Hier bin ich zuhause.. hier ist mein Revier. Ich mag wohl eine Katze an der Leine geworden sein. Das macht  mir nichts aus. Aber ich bin immer noch stark genug um auf mein Revier auf zu passen. Das ist es was ich mein Leben lang schon gemacht habe und auch weiter tun werde. Ich verstehe meine Menschen. Ich hab die Straße gesehen. Es waren nicht viele Autos in Bewegung. Aber ich konnte viele Autos sehen. Ich bin auch gleich wieder nach Hause gelaufen. Dort gehör ich hin. Ich mach meinen Lieben keine Sorgen. Ich komme zurück. Ich gehe nicht so weit weg und komme zurück. Es zieht mich nicht mehr so in die Freiheit. Hier ist kein Wald in dem ich liegen kann. Aber ich hab einen Baum. MEINEN Baum in MEINEM Garten. Jetzt sieht man schon ein bisschen, dass das MEIN BAUM ist.. denn ich hinterlasse täglich meine Spuren. Ich gehöre hier her. Das ist mein neues Zuhause. Ich hab keinen Wald. Aber ich habe einen Baum und Büsche und Wiese und Erde unter meinen Pfoten. Hier ist es sicher. Ich fühle mich wohl. Aber dem schwarzen Kater musste ich erst mal zeigen, dass ich kein alter Kater bin. Ich kann schon noch was. Ich bin richtig stolz auf mich. Aber jetzt mag ich es wieder ruhiger haben.. nicht dass meine Menschen Angst um mich haben. Ich komm schon klar. Besser als man vielleicht denken würde. Ich bin glücklich. Ja.. das bin ich wirklich. Mein Zuhause.. bei meinen Menschen.. das hatte ich so noch nie. Und ich genieße jeden Tag.“

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